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Roses Entscheidung – und ihre Folgen

7 Spiele in Folge ohne Sieg sind nie etwas schönes. Wenn jedoch genau das eintritt, nachdem der Cheftrainer seinen Wechsel zum direkten Ligakonkurrenten am Ende der Saison bekannt gegeben hat, ist das maximal ungünstig. 

Genau so passierte das bei Borussia Mönchen Gladbach. Die Forderungen der Fans auf einen frühzeitigen Rauswurf werden immer lauter. Doch sollte Marco Rose wirklich entlassen werden und ist seine Entscheidung so unverständlich, wie sie von vielen aufgenommen wird?

Quelle: RP-Online

„Man muss heute nicht mehr von Gladbach nach Dortmund gehen“ 

Christoph Kramer, Spieler von Borussia Mönchen Gladbach

Das sagte der Gladbach-Star Christoph Kramer noch Anfang Januar vor dem Spitzenspiel gegen den FC Bayern. Knapp einen Monat später (ironischerweise am Rosenmontag), gab Marco Rose dann seine Wechselentscheidung bekannt. Ausgerechnet zum anderen verhassten Borussia-Verein und ausgerechnet zu dem Klub, der laut Kramer keine wirkliche Verbesserung mehr darstelle. Doch sind die beiden Borussias wirklich auf einer Höhe und ist Marco Roses Entscheidung nachvollziehbar?

Dass ein Spieler von Gladbach nach Dortmund wechselt, ist nichts ungewöhnliches. In den letzten 10 Jahren gingen mit Marco Reus, Mo Dahoud und Thorgan Hazard gleich drei Leistungsträger von Gladbach nach Dortmund. Doch damit sollte jetzt eigentlich Schluss sein – zumindest wenn es nach Christoph Kramer ginge. 

In der Vorsaison wurden die Jungs aus Gladbach nach einem guten Start und acht Spieltagen auf Platz eins nur Vierter, zogen jedoch mit der besten Punkteausbeute des Klubs seit 1984 in die Champions League ein. Mit Trainer Marco Rose wurde augenscheinlich endlich ein Trainer gefunden, der nicht nur die Spielphilosophie der sogenannten Fohlen auslebte, sondern damit auch noch Erfolg hatte. 

Auch in dieser Saison konnte Gladbach überzeugen und überstand mehr oder weniger souverän die Todesgruppe (mit Real Madrid, Inter Mailand und Shakhtar Donetsk) in der Champions League. In der Bundesliga stand man zwar schlechter da als in der Vorsaison, konnte jedoch gegen Dortmund, Bayern München und Leipzig gewinnen. 

Keine schlechte Ausgangslage also – bis Marco Rose seinen Abschied bekannt gab. 

Seit dem konnten die Fohlen sieben Spiele in Folge in der Bundesliga nicht gewinnen und verlor dabei auch gegen Mainz, Augsburg und den Derbyrivalen aus Köln. Hinzu kommt das Ausscheiden aus dem DFB Pokal gegen Dortmund und aus der Champions League gegen Manchester City. Beides Gegner gegen die man mal verlieren darf – jedoch drückt es die Moral der Spieler und Fans während so einer historischen Negativserie nur noch weiter nach unten. Viele Anhänger forderten schon Roses Rücktritt. Nicht nur wegen der schlechten Leistungen, sondern auch weil sie sich nicht mehr mit ihrem Trainer identifizieren können. 

Inzwischen hat Gladbach wieder gewinnen können und die Lage hat sich etwas beruhigt. Für die meisten Fans des Klubs ist die Saison jedoch jetzt schon abgehakt. Sportdirektor Max Eberl hat immer wieder betont, dass er Roses Entscheidung zwar bedauere, aber die Saison mit ihm beenden will. Auch wenn sich Gladbach derzeit weit weg von der Champions League auf Platz 9 befindet, so wäre jede Trainernotlösung eine schlechtere als Marco Rose. Der Cheftrainer wird also sehr wahrscheinlich die Saison als Gladbach Trainer beenden, jedoch wird ihm dann kein besonders herzlicher Abschied entgegen winken. Rose selbst gab zu, dass der enorme Gegenwind der Fans ihn überrascht und sehr belastet hätte. Trotzdem verstehe [er] die Enttäuschung der Fans und [könne] sie total nachvollziehen. „Ich habe für mich eine persönliche Entscheidung getroffen, aber ich habe hier immer mein Bestes geben und werde das bis zum Sommer tun.“, sagte er auf einer Pressekonferenz. Dass das Kapitel Gladbach nach solchen großen Erfolgen so enden wird, wird sicher auch er bereuen.

Doch ist die Entscheidung von Rose zu Recht so unverständlich? Wenn man mal die harten Fakten betrachtet, kann man den gebürtigen Leipziger verstehen. Klar, Gladbach ist ein traditionsreicher Klub mit vielen Anhängern, jedoch ist Borussia Dortmund da noch einen Schritt weiter. Die 80.000 Fans im Signal Iduna Park dürften Rose überzeugt haben, als er sie 2019 (noch vor Corona) im DFB Pokal kennenlernen durfte. Rose bekam als erster Trainer der Bundesligageschichte eine rote Karte, verlor das Spiel und konnte seine Tränen anschließend kaum zurückhalten. Aber nicht nur im puncto Fans ist die Borussia aus Dortmund etwas reizvoller. 

Gladbach spielt zwar inzwischen auch Champions League, wird das nächstes Jahr aber vermutlich nicht tun. Dortmund hingegen hat so etwas wie eine Dauerkarte für die Teilnahme der Königsklasse. Und als fast jährlicher Vize-Meister ist hier die Chance auf einen Titel auch höher. Trotz einer historischen Leistung wird Gladbach in der Saison 2019/20 nur vierter und Dortmund bleibt auf der Zwei. Was muss noch alles passieren, das die Fohlen eine realistische Chance auf einen Titel bekommen, wenn sie neben Bayern auch noch Dortmund schlagen müssen? Marco Rose hat alle seine Pokal Spiele (zugegeben, es waren nur zwei) gegen den Konkurrenten aus dem Ruhrpott verloren.

Dortmund ist also näher an einem Titelgewinn und insgesamt (zumindest noch) der größere Verein. Alles in allem also eine nachvollziehbare Entscheidung. 

Die Gladbachfans sollten sich – statt Rose wüste Beschimpfungen entgegenzuwerfen – sich nochmal zusammenreißen. Immerhin hat der Trainer das Team auf ein neues Level gehoben und einen wichtigen Schritt in der Entwicklung eingeleitet auf dem sein Nachfolger nun aufbauen kann, sofern die Leistungsträger um Zakaria, Thuram und Co. noch ein Jahr in Gladbach bleiben. 

Und mit Kandidaten wie Xabi Alonso, Jesse Marsch oder Erik ten Hag werden auch schon spannende und vielversprechende Nachfolger gehandelt. Wenn das nicht Lust auf mehr macht, kann ich auch nicht weiterhelfen…

Seid ihr anderer Meinung oder habt Ideen für weitere Themen? Dann lasst doch gerne einen Kommentar da!

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